Gewaltprävention für Jugendliche
Gewaltprävention für Jugendliche (und besonders für männliche Jugendliche/junge Männer) steht in Deutschland gerade doppelt unter Druck: mehr sichtbare Gewalt im Hellfeld und mehr soziale/psychische Belastungen, die sich bei Jungen oft anders ausdrücken als bei Mädchen – eher als „nach außen“ gerichtete Symptome, riskantes Verhalten, Rückzug oder Suchtverhalten statt frühe Hilfesuche.
Aktuelle Herausforderungen
- Anstieg bei jungen Tatverdächtigen in der Gewaltkriminalität: In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2024 stieg die Zahl tatverdächtiger Kinder bei Gewaltkriminalität deutlich, bei Jugendlichen ebenfalls.
- Männliche Dominanz bei Jugendgewalt: Bei Gewaltkriminalität unter 25 Jahren ist der Tatverdächtigen-Anteil stark männlich geprägt; das passt auch zu Langzeitmustern (Rollenbilder, Gruppenstatus, Risikoverhalten).
- Gruppendynamik + „Ehre/Respekt“-Logik: Viele Taten passieren nicht als „kalte“ Kriminalität, sondern als Status- und Eskalationsspirale (Peer Pressure, Demütigung, Revanche).
- Sozialer Stress & digitale Verstärker: Konflikte werden per Social Media schneller öffentlich, peinliche Situationen „kleben“, Provokationen eskalieren. Dazu kommen Leistungsdruck, prekäre Perspektiven, Ausgrenzungserfahrungen. (Diese Faktoren sind in der Praxis oft der Zündstoff, auch wenn die Statistik sie nicht direkt misst.)
- Problematische Männlichkeitsnormen: Forschung und Praxisberichte zur geschlechterreflektierenden Arbeit mit Jungen/Männern zeigen: Wo Gewalt als legitimes Mittel von „Durchsetzung“/„Männlichkeit“ gilt, steigen Risiko und Eskalation.
Welche Maßnahmen gibt es – und was wirkt?
Wirksam ist selten „das eine Training“, sondern ein System aus früher Hilfe, klaren Grenzen und attraktiven Alternativen:
Die Situation in Zahlen
Die Polizeiliche Kriminalstatistik PKS und die Tatverdächtigen-Belastungs-Zahl TVBZ zeigen eine auffällig negative Entwicklung - insbesondere bei männlichen und jüngeren Tatverdächtigen.
Wer fördert und finanziert?
Die staatliche Förderung ist „föderal“ und kommt aus mehreren Töpfen – typisch ist Mischfinanzierung:
Auch die Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Bildungswerke sind engagiert
In der Praxis sind Caritas/Diakonie und andere Träger der Freien Wohlfahrtspflege riesige Umsetzer: Jugendsozialarbeit, Schulprojekte, Anti-Gewalt-Trainings, Familienhilfe, Beratungsstellen – oft dort, wo Staat „nicht nah genug“ an den Alltag kommt.
Gleichzeitig haben Kirchen/Wohlfahrt eine besondere Verantwortung für Schutzkonzepte (v.a. gegen sexualisierte Gewalt) und Standards in ihren Einrichtungen.
Finanziert wird das typischerweise gemischt: Leistungsentgelte/öffentliche Zuschüsse/Eigenmittel – plus Spenden.
Warum gesellschaftliches Engagement und Spenden trotzdem wichtig sind
Weil staatliche Förderung oft projektgebunden, befristet und kofinanziert ist. Spenden und ehrenamtliches Engagement liefern das, was der Staat kaum kann:
- Schnelligkeit & Flexibilität (z.B. neue Trends: Social-Media-Konflikte, neue Hotspots)
- Eigenanteile/Kofinanzierung, die viele Förderprogramme faktisch voraussetzen (Beispiel: kommunale Förderung + Eigenmittel bei Trägern).
- Langfristige Beziehungsketten: Mentoring, Patenschaften, Vereinsstrukturen – das ist Prävention „im Alltag“, nicht nur im Projektzeitraum.
Der Mehrwert unserer Stiftung
ist das "kuratierte Spenden"
Die Polizeiliche Kriminalstatistik PKS und die Tatverdächtigenbelastungszahl TVBZ zeigen eine auffällig negative Entwicklung - insbesondere bei männlichen und jüngeren Tatverdächtigen. Jungs werden vermehrt zu Tätern, aber auch zu Opfern, wie die Statistik zeigt:
Die aktuelle Tatverdächtigen-Belastung-Zahl (TVBZ) zeigt ein deutliches Übergewicht männlicher Jugendlicher/junger Männer.
Gewaltkriminalität bei den 18 bis 21jährigen pro 100.000 Einwohner: 1.321 männlich - und nur 189 weiblich.
Auch beim Opferrisiko (Viktimisierung) liegen junge Männer höher.
Opfer von Gewalttaten bei den 18 bis 21jährigen pro 100.000 Einwohner: 1.328 Fälle männlich und 611 weiblich.
Die Situation ist also akut und die staatliche Förderung leider unzureichend.
Deshalb unterstützt unsere Stiftung passende Organisationen bzw. Initiativen und wählt diese sorgfältig aus.
- Prüfung: Die Stiftung prüft Bedarf und Dringlichkeit, finanzielle Transparenz und den gemeinschaftlichen Nutzen sowie Kapazität und Kompetenz.
- Effizienz: Die Spenderinnen und Spender müssen nicht selbst recherchieren, wem vertraut werden kann. Die Stiftung bündelt Spenden und leitet sie dorthin, wo sie die größte Wirkung haben.
- Akuter Bedarf: Die Stiftung erkennt, wo gerade aktueller Bedarf ist und kann flexibel reagieren, während Einzel-Spendende oft keinen Einblick in die akute Situation haben.
In diesen Umfeld gewinnt kuratierte, nachvollziehbare und effiziente Mittelweiterleitung an Wert.
Nach welchen strengen Kriterien wir die Organisationen und Projekte auswählen, erfahren sie in der Rubrik Unsere Prüf-Kriterien.
Geförderte Projekte
SICHTWAISEN e.V.
"Wir sind ein anerkannter Jugendhilfeverein mit Sitz in Mainz, der sich der Drogen-, Gewalt- und Kriminalprävention im gesamten deutschsprachigen Raum widmet. Im Rahmen unserer vielfältigen Beratungs- und Betreuungsangeboten arbeiten wir mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 27 Jahren und deren Bezugspersonen.
Neben pädagogischen Fachkräften arbeiten bei uns auch Menschen, die in ihrer Jugend selbst Erfahrungen mit Drogen, Gewalt und Kriminalität gemacht und ihren Weg zurück in ein stabiles Leben gefunden haben. Sie können glaubwürdig von den Folgen und Gefahren des jeweiligen Lebensstils berichten, Auswege aufzeigen und zwischen Eltern, pädagogischen Fachkräften und Betroffenen eine Brücke bauen.
Wir begleiten Menschen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben und geben ihnen die Möglichkeit, neue Perspektiven zu entdecken. Wir lassen Jugendliche nicht allein und unterstützen sie beim Ausstieg aus ihrer von Drogen, Gewalt oder Kriminalität bestimmten Krise."
(Selbstdarstellung des Projektträgers)


