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Frauenhäuser

Das Ausmaß häuslicher Gewalt in Deutschland steigt pro Jahr. Laut Polizeibericht gab es im Jahr 2024 insgesamt 265.942 registrierte Opfer häuslicher Gewalt. Das sind 3,8 % mehr als im Vorjahr. 350 Frauen wurden getötet. Die Dunkelziffer der von Gewalt bedrohten Frauen ist sehr hoch, nur jede 20ste Gewalttat wird angezeigt. Oftmals halten die Frauen ihr Martyrium jahrelang aus und wenden sich erst dann an eine Beratungsstelle oder Frauenhaus, wenn der Partner auch die Kinder mißhandelt.

Mittlerweile gibt es in Deutschland  etwa 7.000 bis 8.000 Plätze in rund 400 Frauenhäusern, aber der Bedarf ist laut der Istanbul-Konvention viel höher – es werden mindestens 21.000 Plätze benötigt, d.h. es fehlen über 12.000 Plätze. Viele Frauen werden abgewiesen, weil es zu voll ist. Es gibt einen erheblichen Mangel, da die Nachfrage nach Schutz vor häuslicher Gewalt deutlich größer ist als die vorhandenen Kapazitäten, wie die Statistik der Frauenhauskoordinierung (FHK) zeigt, die jährlich die Zahlen erfasst und den Bedarf analysiert.

Mangelhafte Finanzierung:
Die Finanzierung der Frauenhäuser ist oft unzureichend und regional unterschiedlich, wodurch Ausbau und Betrieb erschwert werden.

Kein Rechtsanspruch:
Es gibt (noch) keinen allgemeinen Rechtsanspruch auf einen Platz in einem Frauenhaus, was die Situation verschärft. Mittlerweile gibt es etliche Frauenhäuser in Deutschland. Jedoch längst nicht ausreichend. Die Bundesregierung stellt in den nächsten 4 Jahren 150 Millionen € für die Sanierung und den Bau von Frauenhäusern zur Verfügung.

Jedoch ist die finanzielle Situation autonomer Frauenhäuser in Deutschland prekär und ein "Flickenteppich" aus Landes-, Kommunal- und Spendenmitteln, oft mit unterschiedlichen Regeln und kürzeren Förderperioden, was langfristige Planung erschwert. Eine große Herausforderung ist die Finanzierung "über Eck", bei der Sozialleistungen der Schutzsuchenden einen Teil der Kosten decken müssen, was die Betroffenen finanziell belastet und zu Rechtsstreitigkeiten führt. Es besteht ein dringender Bedarf an einer bundesweiten, pauschalen und unabhängigen Finanzierung, um eine sichere und gerechte Unterstützung für alle gewaltbetroffenen Frauen zu gewährleisten.

Herausforderungen der Finanzierung:
Flickenteppich-Finanzierung: Mittel stammen aus verschiedenen Quellen (Länder, Kommunen, Spenden, Bußgelder), Unsicherheit: Die fehlende Nachhaltigkeit der Förderung erschwert Personal- und Investitionsplanung.

Verwaltungsaufwand:
Hohe bürokratische Hürden durch ständige Neuanträge und Verwendungsnachweise.


Der Mehrwert unserer Stiftung
ist das "kuratierte  Spenden"


Mittlerweile gibt es in Deutschland etwa 7.000 bis 8.000 Plätze in rund 400 Frauenhäusern - davon ca. 130 autonome, selbstverwaltete Frauenhäuser, die unabhängig von politischen Parteien, Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden organisiert werden und aus der Frauenbewegung hervorgegangen sind. (Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser - ZIF). Diese autonomen Einrichtungen unterscheiden sich durch ihre selbstbestimmten, nicht-hierarchischen Strukturen und ihre Unabhängigkeit von institutionellen Trägern. Uns liegen diese Einrichtungen besonders am Herzen.
Deshalb hat unsere Stiftung bestimmte Frauenhäuser ausgewählt.
  1. Prüfung: Die Stiftung prüft Bedarf und Dringlichkeit, finanzielle Transparenz und den gemeinschaftlichen Nutzen sowie Kapazität und Kompetenz.
  2. Effizienz: Die Spenderinnen und Spender müssen nicht selbst recherchieren, wem vertraut werden kann. Die Stiftung bündelt Spenden und leitet sie dorthin, wo sie die größte Wirkung haben.
  3. Akuter Bedarf: Die Stiftung erkennt, wo gerade aktueller Bedarf ist und kann flexibel reagieren, während Einzel-Spendende oft keinen Einblick in die akute Situation haben.

In diesen Umfeld gewinnt kuratierte, nachvollziehbare und effiziente Mittelweiterleitung an Wert.

Nach welchen strengen Kriterien wir die Organisationen und Projekte auswählen, erfahren sie in der Rubrik Unsere Prüf-Kriterien.


Geförderte Projekte


Frauenhaus Speyer e.V.

"Angebot für Frauen
In der Einrichtung finden 5 Frauen mit ihren Kindern Platz. Jede Frau bewohnt ein eigenes Zimmer.

Es stehen neben den Bewohnerinnenzimmern eine Küche, ein Esszimmer, ein Wohnzimmer, sanitäre Einrichtungen sowie eine Dachterrasse zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung. Im Keller befinden sich Waschmaschinen sowie ein Trockner. Für die Kinder gibt es zwei Spielzimmer. Eines, das jederzeit genutzt werden kann und eines, in dem Kinderaktivitäten gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen stattfinden. Im Erdgeschoss befinden sich außerdem unsere Büroräume.

Jede Frau versorgt sich und ihre Kinder selbständig und eigenverantwortlich. Die Frauen organisieren ihren Alltag selbst und in Absprache mit anderen Bewohnerinnen. Alle Frauen leben gleichberechtigt im Haus zusammen.

Natürlich ist so ein Zusammenleben nicht immer leicht, manchmal entstehen Konflikte und Unstimmigkeiten. Gleichzeitig ermöglicht das Miteinanderleben aber auch Austausch, gegenseitige Unterstützung und Ermutigung. Und sicherlich ist dieser erste Schritt aus der Gewaltsituation die Chance auf ein selbstbestimmtes, gewaltfreies Leben.

Mädchen- und Jungenarbeit
Alle Mädchen und Jungen, die mit ihren Müttern ins Frauenhaus kommen, sind selbst von der familiären Gewaltsituation betroffen. Entweder wurden sie dabei direkt Opfer der Gewalt oder mussten miterleben, wie ihre Mutter gedemütigt, beschimpft und geschlagen wurde. Viele Kinder erleben auch schon im Mutterleib Gewalt (mit). Auch das Beobachten der Gewalt und das Aufwachsen in einer solchen angespannten, angstgeladenen und bedrohlichen Atmosphäre hat gravierende Folgen auf die Entwicklung der Kinder. Viele Auffälligkeiten und Störungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Erlebten. Das Frauenhaus ist ein Ort, wo Kinder mit ihrer Lebenssituation, ihren Ambivalenzen und mit ihrem Bedürfnis nach Unterstützung ganzheitlich gesehen werden.

Unser Konzept sieht gezielte, individuell zugeschnittene Hilfsangebote für Kinder vor. Ebenso wie jeder Frau steht auch jedem Kind eine Mitarbeiterin als Bezugsperson zur Verfügung. Wir bieten Einzelgespräche, spielpädagogische Angebote zur Verarbeitung der erlebten Gewalt, Kinderhausversammlungen, Müttergespräche, alters- und geschlechtsspezifische Gruppenangebote etc. an. Mit den Kindern werden therapeutische Angebote zur Stärkung ihres Selbstvertrauens durchgeführt. Wir begleiten und fördern auf der eigenen Entdeckungsreise ihre Wünsche, Bedürfnisse und Interessen.

Die Kinder haben bei uns die Möglichkeit, über die erlebte Gewalt zu sprechen und ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
Unsere Arbeit mit den Kindern hat auch einen wichtigen präventiven Charakter. Um eine Übernahme der bisher gelernten negativen (gewaltförmigen, aggressiven, abwertenden) familiären Verhaltensweisen zu verhindern, sollen positive alternative Konfliktlösungsstrategien aufgezeigt und vorgelebt werden.

Falls nötig, nehmen wir in Absprache mit der Mutter Kontakt zu Schulen/Kindergärten, dem Jugendamt, Ärzten/Ärztinnen u.ä. auf und/oder vermitteln in therapeutische Angebote.

Das Frauenhaus Speyer bietet Frauen UND Kindern, die von Gewalt betroffen sind, Schutz und Unterkunft. Die Adresse des Hauses ist anonym. Unbefugte haben keinen Zutritt.
Eine Aufnahme ins Frauenhaus ist Tag und Nacht an jedem Wochentag sowie an Feiertagen möglich, falls ein Platz frei ist."
(Selbstdarstellung des Projektträgers)

frauenhaus-speyer.de

Förderbereiche:

  • Akuthilfe: Unterstützung von Einrichtungen, die Schutz und Hilfe für Frauen und Kinder bieten.
  • Beratung: Unterstützung für ambulante Beratungs- und Aufklärungsarbeit für körperlich und seelisch misshandelte Frauen, Kinder und Jugendliche.
  • Bildung: Finanzierung von Bildungsprojekten, die das Bewusstsein für Gewaltprävention in der Gesellschaft stärken.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Förderung von Kampagnen und Initiativen, die das Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder in die Öffentlichkeit tragen.
Logo Frauenhaus-Speyer
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